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Seinen Künstlernamen hat er vom australischen Eis- vogel Clockbird: “Der ist von Beruf Fischer und hat von Uhrendesign keine
Ahnung,” sagt Kuhlmann, “seinen Namen verdankt er den U(h)rlauten seiner Stimme.”
Am Handgelenk trägt Kuhlmann den Armbanduhrklassi- ker im Bahnhofsuhr-Design. Mit Brillanten verzierte Zeitmesser oder
hochtechnisierte Exemplare mit Kalender und Datenbank lassen ihn kalt. Zwei schlichte Acrylglasscheiben, darauf die Zeiger, dahinter ein normales Quartz-Uhrwerk - und dazwischen sreckt ein Kunstwerk - das sind seine
Uhren. Ein Gebrauchsge- genstand als Kunst. Kuhlmann: “Auf die Uhr schaut man täglich, wenn einem dann, abgesehen von der Zeitanzeige, etwas entgegensieht, das einen an- spricht, in das man immer wieder Bedeutung
hineinle- gen kann, ist das die Eigenschaft eines Kunstwerks.”
Kein Uhrenfachgeschäft führt die “klockbird”- Uhren- edition. Jedes der Zeit-Kunstwerke ist ein Unikat. Der “klockbird” begreift
seine Werke nicht als Design für ein Massenprodukt, sondern als Design mit persönlicher Note. Design von dem sich die Betrachter persönlich berührt fühlen, und Design, das seine persönliche Aussage transportiert -
“ein Stück aus meiner Welt”.
Am komplexen Phänomen Zeit findet der Grafik- Designer, der an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studiert hat, dabei
genügend Aspekte an denen er sich abarbeiten kann. Für die Visualisierung bedient er sich des Computers, erschafft am Bildschirm aus Formen und Farben, mit Verläufen, Fraktalen und Filtern seine Botschaft. Meist
fügt er noch erläuternden Text oder Titel ein.
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In die Kategorien “LOVE”, LIFE”, “LUCK” - Liebe, Leben, Glück - unterteilt er seine Zifferblätter auf seiner Homepage im Internet.
Die Uhr “Ewige Liebe” versinnbildlicht durch eine endlose Doppelspirale (als Zeichen der Unendlichkeit) die sich immer wieder annähernden und entfernenden Partner. In der “Lebenszeit” säumen Sonne, Mond und Sterne
das Zifferblatt, in der Mitte kosmischer Nebel: “Zeit ist ein Kapital, das sich nicht verzinst, sondern ständig abnimmt. Wir nähren uns von der Substanz”, sagt Karl-Ludwig Kuhlmann dazu.
Noten, die die Big-Ben-Melodie symbolisieren, umranken die Uhr “Zeit für Musik”. Der Musikliebhaber, der lange Jahre die
Veröffentlichungen des Bertelsmann Rings der Musikfreunde gestaltet hat, empfiehlt, mal wieder hinzuhören und die Augen zu schließen: “Man verpaßt nichts.”
Würfel und Marienkäfer dominieren in den “Glücks”-Uhren. Doch auch die Veränderlichkeit der Zeitwahrnehmung findet hier ihren
Niederschlag: “Wenn man in Eile ist, rast die Zeit. Wenn man auf etwas wartet, scheint sie fast still zu stehen.” Mit dem Zifferblatt “Dornige Zeiten”, auf dem Schnecken auf einem Dornengeflecht kriechen, gibt er
den Ratschlag: “In dornigen Zeiten Hast und Eile vermeiden.”
Und “Die schönsten Stunden”, so zeigt es die gleichnamige Uhr unmissverständlich, sind ohnehin diejenigen, in denen die Zahlen,
die sonst die Zeit so genau und unausweichlich markieren, ganz einfach wild durcheinander purzeln und wenn ihre Bedeutung verblasst.
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